Die Sorte „Re Umberto“

Dank eines Projekts der NGO ACARBIO konnte die historische und fast vergessene Tomatenvarietät „Re Umberto“ wiederhergestellt und kultiviert werden. Nach der Handlese der sonnengereiften Tomaten werden diese zu Sauce (Passata) oder als ganze Tomaten in Sauce (Interi) verarbeitet.

Die Idee

Die Amalfiküste ist ein geschichtlich wichtiger Ort mit einzigartigen Landschaften. Ihre Wichtigkeit beruht auch auf ihrer enormen biologischen Vielfalt, die auf den ersten Blick für die meisten unsichtbar ist. In diesem Zusammenhang engagiert sich der Verein ACARBIO seit 2009 für die Förderung lokaler Aktionen, für nachhaltigen Entwicklung und für Umweltthemen. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir ebenfalls der Wiederherstellung der vom Aussterben bedrohten lokalen Artenvielfalt und der landwirtschaftlichen Produktion.

In Zusammenarbeit mit lokalen Farmern an der Amalfiküste setzt sich unsere NGO ACARBIO für die Kultivierung der historischen Re Fiascone-Tomate ein. Mit diesem Projekt werden ebenfalls die kulturell bedeutsamen Terrassen der Region erhalten.

 
Die Tomate in der Geschichte Italiens

Die Tomatensorte wurde ursprünglich 1878 zu Ehren von König Umberto I. angebaut und war eine der Hauptzutaten auf der berühmten Pizza Margherita, die im Jahr 1889 Umbertos Frau, der Königin Margherita, gewidmet wurde.

In Tramonti, einem Dorf an der Amalfiküste, wurden seit Anfang 1900 Re Umberto-Tomaten angebaut und die Samen von Hand ausgebreitet. Jede Familie hatte ein eigenes Stück Garten, in dem diese Tomate angebaut wurde, und jedes Jahr verarbeiteten sie sie und füllten sie in Flaschen, um sie das ganze Jahr über zum Kochen zu verwenden.

Die ursprünglichen Samen verschwanden im 20. Jahrhundert fast vollständig, nachdem die San Marzano-Tomate aus einer Kreuzung zwischen Fiascone und einer anderen lokalen Sorte entstanden war. 2009 haben wir mit der Suche nach Saatgut begonnen und seitdem Partnerschaften über lokales Crowdfunding gegründet, mit dem Ziel, diese historische und aromatische Tomatensorte zu bewahren. Mit diesem Projekt sichern wir die biologische Vielfalt und erhalten auch die Terrassenlandschaften, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Re Fiascone, die seit über einem Jahrhundert in Italien angebaut wird, wird von allen wichtigen Saatgutunternehmen verkauft. Allerdings wurden die Samen im Laufe der Jahre mit anderen Sorten gemischt, was dazu führte, dass sie aus dem nationalen Register gestrichen wurde und immer schwerer zu finden war.

 

Das Projekt entstand

Einige lokale Landwirte haben das Saatgut seit Generationen aufbewahrt und die Organisation ACARBIO damit beschenkt, die sich dazu verpflichtet hat, es kostenlos an alle Menschen zu verbreiten, die sich für die biologische Vielfalt ländlicher Gebiete interessieren.

ACARBIO hat beschlossen, ein Projekt zur Rückgewinnung und Förderung der Fiascone-Tomate sowie ein Crowdfunding über ein Netzwerk ethischer Einkaufsgruppen in Italien zu starten. Damit wurden genügend Ressourcen gesammelt, um die erste Tomatenproduktion zu starten und in Gläsern zu verarbeiten.

Neben den Aktivitäten vor Ort arbeitet ACARBIO mit dem regionalen Forschungszentrum (CREA ORT Pontecagnano) zusammen, um wissenschaftliche Untersuchungen an der Tomate durchzuführen und die Landwirte während der Produktionsphase technisch zu unterstützen.

 

Die Verarbeitung

Während der Verarbeitungsphase unterzeichnete ACARBIO eine Kooperation mit einem gastronomisch anerkannten Namen der Region Kampanien, dem Sabato Abagnale-Verarbeitungsbetrieb, der die Tomaten nach alter Tradition verarbeitet. Die sonnengereiften Tomaten werden von Hand geerntet und weiterverarbeitet.

Das Endergebnis ist ein qualitativ hochwertiges Produkt. Das Label „Re Fiascone“ ist der Beginn eines Nachhaltigkeitsmodells, das der lokalen Wirtschaft helfen, die kleinen Farmer unterstützen und gleichzeitig die für dieses Gebiet charakteristische Terrassenlandschaft schützen soll. Gleichzeitig besteht eine Verbindung zu einem weiteren wichtigen Produkt der Region, der Tramonti Pizza, die durch die Re Umberto Tomate einzigartig wird.

Das von ACARBIO gestartete Pilotprojekt wurde an ein lokales Start-up namens „Effetto Costiera“ übergeben, das an der Herstellung, dem Verkauf und der Verwertung von Re Umberto-Tomaten arbeitet.

Kunde werden

Um mehr über dieses Projekt zu erfahren, schreiben Sie an info@refiascone.it oder besuchen Sie www.refiascone.it.

Kaufen können Sie die mit Hand verarbeiteten Tomaten unter https://www.refiascone.it/en/shop-en/.

 


ACARBIO’s MISSION

Seit 2009 befasst sich unsere NGO ACARBIO mit Nachhaltigkeit und der Förderung lokaler Farmwirtschaft in Tramonti, einer Gemeinde an der Amalfiküste. Die Gründung der Associazione Costiera Amalfitana Riserva Biosfera galt ursprünglich als Stütze für die Kandidatur der Amalfiküste als UNESCO-Biosphärenreservat. Die Hauptidee der Organisation ACARBIO ist es, Menschen mit Natur und Tradition näher zusammenzubringen.

Biosphärenreservate sind „Gebiete mariner und / oder terrestrischer Ökosysteme, die im Rahmen des UNESCO MAB-Programms international anerkannt sind. Die Biosphärenreservate sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Biosphäre fördern und demonstrieren.“ (UNESCO, 2013)

Die Amalfiküste ist eine einzigartige Gegend, weshalb sie 1997 von der UNESCO als „Weltkulturerbe“ anerkannt wurde. Sowohl ihre Landschaft, als auch ihre Geschichte, die mit unzähligen Traditionen und einer vielfältigen Kultur zusammenhängt, bedürfen Schutz vor Verfall und Zerstörung.

Unser Motto steht im Einklang mit der MAB-Idee der UNESCO, das natürliche und kulturelle lokale Erbe durch Synergien zu schützen. Die Projekte, die wir in den letzten 10 Jahren durchgeführt haben, betreffen Umweltschutz (Schutz der Terrassenlandschaften, Nutzung erneuerbarer Energien, nachhaltiger Tourismus und Abfallreduzierung), Jugendarbeit (Sensibilisierung für die Umwelt und Bildung auf internationalem Level), die Einhaltung lokaler Traditionen (Lebensmittelanbau und -verarbeitung) sowie die Schaffung und Förderung natürlicher Gebäude. Dies sind Beispiele dafür, was in einem Biosphärenreservat getan werden kann – wir entwickeln unsere Projekte ständig weiter und wollen dadurch andere inspirieren sowie selbst inspiriert werden.